Startseite

Akademiker

Publizisten

Autoren

Führungskräfte

Freie-Software-Visionäre

Diverse

Digitale Bohème

Führungskräfte

Als Führungskräfte unter den Digerati werden Personen verstanden, welche weitestgehend der so genannten »New Economy« zuzuordnen sind. Es handelt sich also um Personen die mit ihren Unternehmen, Produkten und Visionen einen erheblichen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben und die nicht aus der »traditionellen« Industrie kommen.

Ihre Produkte und Unternehmen haben nicht nur die Ökonomie der letzten dreißig Jahre erheblich beeinflusst, sondern auch die Art und Weise wie wir leben. Sie sind die ökonomischen Mütter und Väter des »Digitalen Zeitalters«.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung

Die Führungskräfte unter den Digerati haben in den letzten dreißig Jahren Unternehmen und ganze neue Industriezweige gegründet, welche mittlerweile eine massive wirtschaftliche Bedeutung erhalten haben. Auf diese Personen gehen Erfindungen wie der »Personal Computer«, das Betriebssystem »Windows« und allgemeiner Unternehmen wie »Amazon«, »Yahoo«, »Google« oder »eBay« und unzählige andere zurück.

Diese Unternehmen gehören mittlerweile zu den Big Playern der Weltwirtschaft und erwirtschaften Milliarden Beträge.

Während des Millenium-Bubbles zählten die Unternehmen der Digerati dann auch zu den mit am höchsten an den internationalen Börsen marktkapitalisierten Firmen. Die Marktkapitalisierung von Microsoft betrug 1999 etwa 583 Milliarden US-Dollar, von Cisco Systems 353 Milliarden US-Dollar, von Intel 271 Milliarden US-Dollar, von America Online 192 Milliarden US-Dollar.

Um sich die Dimensionen besser vorstellen zu können und auch die finanzielle Potenz dieser Unternehmen sei zum Vergleich gesagt, dass sich das Bruttoinlandsprodukt von Rumänien, einem Land mit 22,5 Millionen Einwohnern, 2006 auf 47 Milliarden US-Dollar belief. Das entspricht ungefähr den Dimensionen des Umsatzes von Microsoft (39 Milliarden US-Dollar) für das selbe Jahr.

Ihre gesellschaftliche Bedeutung

Die vermeintlichen bzw. tatsächlichen Erfindungen, die mit den Digerati-Führungskräften verbunden werden, etwa der Heimcomputer (Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne), das Betriebssystem Windows (Bill Gates) sowie moderne Daten- und Textverarbeitung haben die Lebens- und Arbeitsweise der Menschen seit den 1970er Jahren erheblich verändert. Als Beispiel kann hier etwa der Umgang mit Texten genannt werden, der sich seit der Verbreitung von Textverarbeitungsprogrammen und dem GUI erheblich verändert hat. Gleichzeitig sind diese Erfindungen aber auch zu einem derart integralen Bestandteil der heutigen Gesellschaft geworden, dass sie in der Regel als gewöhnlich und selbstverständlich betrachtet werden. Dennoch waren sie revolutionär und einschneidend.

Die Rolle der einzelnen Persönlichkeiten ist dagegen nicht so eindeutig. So kann man sich aus einer eher technologischen Perspektive auf den Standpunkt stellen, dass die Digerati-Führungskräfte nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Dementsprechend waren sie nicht die genuinen »Erfinder« der Technologie mit der sie verbunden werden, sondern lediglich die ökonomisch erfolgreichsten Vertreter mit der die Technologie nach außen symbolisch verbunden ist. Das beste Beispiel hierfür ist das Betriebssystem »Windows«, das mit Bill Gates verknüpft ist. Windows war nie wirklich innovativ, sondern beruhte auf bereits längst bekannte Technologien und Prinzipien. Die ökonomische und marktbeherrschende Stellung von Windows machen das Betriebssystem aber in der breiten Öffentlichkeit als die »Mutter aller GUIs« gesehen.

Ein nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Bedeutung bekommen die Digerati-Führungskräfte gerade auch durch ihre ökonomische Potenz, die sich etwa in ihren Stiftungen spiegelt. Die »philantropische« Bill & Melinda Gates Stiftung verfügt etwa über mehr als 30 Mrd. US-Dollar Eigenkapital. Damit unterstützte sie 2005 Projekte in einem Gesamtumfang von 1,36 Mrd. US-Dollar (z.B. College-Ausbildung für Schwarze, Malaria-Impfungen etc.). Durch die bloße Größe dieser Stiftung kann sie gesellschaftliche Prozesse mit lenken, als Agenda-Setter funktionieren, aber auch arme Staaten z.B. in Afrika in ein direktes Abhängigkeitsverhältnis zur Stiftung bringen.

Richard Barbrook wies zudem auf einen gewissen totalitären Zug dieser Elite hin. In »Cyber-Communism: How the Americans are superseding capitalism in cyberspace« sieht er gewisse Paralellen der Digerati zu den stalinistischen Eliten.

Einige Personen

Bill Gates:

Bill Gates ist einer der Gründer und langjährige CEO von Microsoft. Er gilt seit nunmehr 13 Jahren in Folge als reichster Mensch der Welt. Er ist der mit Abstand bekannteste Digerati.

Allerdings ist er auch eine überaus umstrittene Persönlichkeit. Microsofts Expansionsstrategie, die Bill Gates als führender Manager über Jahre maßgeblich prägte, wird von Kritikern als skrupellos gesehen, da sie auf eine massive Verdrängung von Wettbewerbern abzielt.

Ebenso gilt seine im Jahr 2000 gegründete Stiftung als ein äußerst zwiespältiges Projekt. So wird etwa kritisiert, dass die Stiftung nur 5% ihres Kapitals und nur aus steuerlichen Gründen in tatsächliche Hilfsleistungen spendet, während die restlichen 95% in Unternehmen investiert werden, welche den eigentlichen philantropischen Zielen entgegenstehen. Kurz: Es handelt sich bei der Stiftung nur um eine riesige Steuersparmaschine.

weiterführende Links:

Homepage von Bill Gates
Homepage der Bill & Melinda Gates Foundation
Homepage von Microsoft
Digerati: The Software Developer
Lebenslauf von Bill Gates bei Wikipedia

Kritik an Microsoft und Gates Stiftung

Dark cloud over good works of Gates Foundation
Mit blinden Augen
EU Boosts Microsoft's Monopoly

 

Steve Jobs:

Steve Jobs ist neben Steve Wozniak einer der Gründer von Apple Computer. Er ist CEO von Apple und war CEO von Pixar. Daneben ist er der größte Aktionär von Disney. Er gilt als der Prototyp des Silicon-Valley Unternehmers. So geht auf Apple die Legende der Firmengründung in der elterlichen Garage zurück. Jobs gilt als eine der schillerndsten Personen in der New Economy. So hat er etwa das Auftreten eines CEOs eines Weltunternehmens völlig neu definiert. In dem er Produktvorstellungen nicht im Anzug, sondern in Jeans und Turnschuhen durchführte.

Aber auch er ist wie Bill Gates nicht unumstritten. So gilt sein Managmentstil als autoritär und aggresiv. Auch wird mit ihm der Terminus des »Reality distortion field« (»wirklichkeitsverzerrendes Feld«) verbunden. So ist nach Bud Tribble Steve Jobs in der Lage Meneschen durch einen Mix aus Charisma, Charm, Übertreibung und cleveres Marketing dazu zu bringen nahezu alles zu glauben. So propagiert Apple gegenwärtig, dass sie mit dem iPhone (eine Mischung aus mp3-Player und Handy) das Handy neu erfunden haben, obwohl das mit der Realität nichts zu tun hat.

weiterführende Links:

Jobs bei Apple
Alles über Steve Jobs
Homepage von Apple
Homepage von Pixar
Homepage von Disney

Apple als eine der einflussreichsten Marken
Macworld San Francisco 2007 - Keynote Address
Steve Jobs "Oh mein Gott"

 

Larry Ellison

Larry Ellison gründete in den 70er Jahren die Firma Oracle. Oracle ist heute nach Microsoft der zweitgrößte Software-Hersteller weltweit. Die Firma ist insbesondere ein Spezialist für Datenbanken.

Ellison gilt als Pionier für Anwendungen auf der Basis von relationalen Datenbanken.

Er ist bekannt für seinen extravaganten Lebensstil. Er besitzt die größte Privatjacht der Welt, mehrere ungewöhnliche Flugzeuge und ein riesiges Anwesen, dass er im japanischen Stil umbauen ließ.

Als Unternehmer ist er einerseits durch fast schon episch anmutende Datenbank-Software-Schlachten in den 1990er Jahren mit seinen Konkurrenten Sybex (1990-1993) und Informix (1994-1997) aufgefallen und die den Informix CEO Phil White ins Gefängnis brachten. Und andererseits durch seinen Führungsstil, der sich im Titel seiner Biographie »The Difference Between God and Larry Ellison: Inside Oracle Corporation« widerspiegelt. Der Titel geht auf einen Witz über Ellison zurück: Was ist der Unterschied zwischen Ellison und Gott? Gott denkt nicht, dass er Ellison ist.

Wie auch Bill Gates hat auch Ellison eine Stiftung gegründet. Seine Stiftung ist in ihren Zielen allerdings wesentlich überschaubarer. Sie dient dem Zweck der biomedizinischen Erforschung des Alterns, um die Lebensspannen-Entwicklungsprozess und alterungsbedingte Krankheiten und Behinderungen zu verstehen.

weiterführende Links:

Ellison Homepage bei Oracle
FAQ über Oracle und auch Ellison
Homepage von Oracle
The Ellison Medical Foundation

 

Steve Case

Steve Case arbeitete in den 1980er Jahren Control Video. Eine kleine Firma, welche Videospiele verkaufte. 1985 wurde die Firma in Quantum Computer Service umbenannt. Unter maßgeblicher Beteiligung von Case änderte die Firma ihre strategische Ausrichtung und bot einen On-Line-Dienst mit dem Namen Quantum-Link für den C64 an und später Apple-Link sowie PC-Link. 1991 änderte die Firma ihren Namen in Amerika Online. Während der Millenium-Bubble 2001 verschmolz America Online unter Cases Federführung mit dem Mediengiganten TimeWarner zu »AOL Time Warner« (Aktienverhältnis: AOL 55%, Time Warner 45%). Case musste 2003 auf Grund eines Buchhaltungsskandalls als Vorstand zurücktreten. Seither investiert er sein Vermögen in Unternehmen der Gesundheitsbranche. Auch er hat eine eigene Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat »tragfähige Lösungen für komplexe soziale Probleme zu erreichen, durch die Investition in Zusammenarbeit, Führung und Unternehmertum«.

Case kann als einer der Väter des »Internet für alle« gesehen werden. So war dann auch die Wahl des Firmen Namens »America Online« Programm und Vision: Amerika sollte online gebracht werden.

weiterführende Links:

Homepage von AOL
Homepage von TimeWarner
Homepage von Revolution
The Case Foundation
Interview mit Steve Case
Interview über den Merger mit TimeWarner

Weitere Personen

Jeff Bezos: Gründer von Amazon
Doug Carlston: gründete Brøderbund Software
Greg Clark. Unternehmer, News Technology Group, News CorporationJohn Doerr: Investor
Scott McNealy Gründer und CEO von Sun Microsystems
Nathan Myhrvold: Chef-Enwickler von Microsoft
Ted Leonsis: Ein Pionier des Internet und der neuen Medien (AOL)
Charles Simonyi: Entwickler von Word und Excel