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Freie-Software-Visionäre - Wann ist Bildung für alle möglich?

Bedeutet Geld Macht? Bedeutet mehr Geld – größere Bildungschancen? Stimmt es, dass je mehr Geld man hat, desto mehr Potenzial kann man aus seiner Bildung heraus kristallisieren? Im Computerzeitalter könnte man meinen, dass Leute für wenig Geld an viele Informationen gelangen und somit man auch ohne viel Geld an Informationen und letztendlich Bildung herankommen kann. Computerprogramme und andere bildungsunterstützte Software kann man sich bekanntlich herunterladen. Legal oder illegal. Ist es denn wirklich illegal, wenn der Bildungshungrige über wenige ökonomische Ressourcen verfügt, aber seine Bildung mit dem Beherrschen eines bestimmten Computerprogramms aufbessern möchte und sich deshalb ein bestimmtes Programm aus dem Internet „runterlädt“? Es geht ja nicht nur um einfachen Konsum, wie das Anhören von Musikstücken oder Anschauen von DVD-Filmen. Es geht hier um reine Anwendung von Programmen, die man heutzutage meist beherrschen muss, um auf dem Arbeitsmarkt weiterkommen zu können. Wenn aber bestimmte Lizenzen so teuer sind, wie soll man sich die als 16-jähriger leisten, wenn die Eltern nicht unbedingt mitspielen und dem Sprössling alles sponsern?
Ist es nicht besser, bestimmte Software runter zu laden – wenn auch auf illegalem Wege – als legal auf dem Sofa zu lümmeln und sich im Computerzeitalter nicht weiter zubilden?

1. Stallman: Freie Software-Verfechter und Politischer Aktivist

Nun kommen Richard Stallman und Linus Torvalds ins Spiel. Neben Programmen mit teuren Lizenzen, gibt es auch Programmerfinder, die ihre Lizenzen gratis weitergeben und deren Erfinder es mit Absicht kostenfrei auf dem Markt bringen. Der Sinn der lizenzfreien Version besteht darin, dass jedermann Verbesserungsvorschläge einbringen kann, die dann auch wiederum in die lizenzfreie Version eingebaut werden. Die Entwickler können sich außerdem dadurch profilieren und auf sich aufmerksam machen. Viele Entwickler können sich so „learning by doing“ weiterentwickeln, ohne großartige Bildungskosten zu haben. Diese lizenzfreien Programme haben für den oder die Entwickler den Vorteil, dass es ein Selbstläufer ist (weil jedermann daran was für sich verändern kann) und die Entwickler quasi „entdeckt“ werden. Es ist eine Art Werbung für den Entwickler einer freien Software. Es gibt aber auch Freeware, die zwar frei zugänglich ist, jedoch es untersagt wird, die Software selbst zu modifizieren. Stallmann betont in seinem GNU – Projekt, dass der Zugang zur Freien Software und das Nutzen der Freien Software eine freie Gesellschaft unterstreiche. Der Programmierer Stallman, der sein erstes Programm bei IBM geschrieben hat, sich für eine freie Gesellschaft in vielerlei Hinsicht einsetzt, ist ein Guru der freien Software und Mitbegründer der „Free Software Foundation“. Nach der Definition der Free Software Foundation“ ist eine Software frei, wenn man es frei anwenden, frei anschauen kann wie es funktioniert, für Freunde und „Nachbarn“ frei kopieren kann, und es der Öffentlichkeit als Medium zur Verfügung steht. Drei Hauptthemen sind für Stallman sehr wichtig und er setzt sich aktiv dafür ein: a) Freie Software Bewegung, b) Die Risiken von Software Patenten, c) Copyright und Gesellschaft im Computerzeitalter. Im August 2006 hat er es geschafft mit der Verwaltung des indischen Staates Kerala zu vereinbaren, dass die in den Schulen Software von Microsoft durch freie Software ersetzt wird.
Hinter diesem Projekt steckt die Idee, dass die Schulen lieber in andere Bereiche ihr Geld stecken sollten, als in teure Lizenzen. Dies gilt vor allem für Länder, die ohnehin einen niedrigen Bildungsstandard aufweisen.

2. Linus Torvalds: Freie Software mit dem Pinguin

Eine weitere Ikone der "free-software"-Bewegung ist Linus Torvalds. Mit 21 Jahren hat Torvalds 1991 das freizugängliche Betriebssystem Linux begonnen und seither wurde das System von Entwicklern weiterentwickelt. Es bietet eigentlich alle Funktionen, die man von einem Betriebssystem erwartet. Diversen Quellen zur Folge wird Linux mittlerweile von mehr als zehn Millionen Nutzern eingesetzt. Torvalds wurde vom Computerspieler zum Linux-"Macher". Mit einem Commodore VIC-20 hat alles angefangen. Das Interesse für Computer war geweckt. Er sagt selbst, dass er zwischen zwei Ideologien stehe: Wichtig sei ihm, dass er einen Spagat zwischen dem Zugang zur freien Software und digitalen Softwarerechten machen kann.